BIOGRAPHY


DEUTSCH



Jan E., 1973


Jan E., 1986








RJ making his living as a street musician, Austria 1996




Chubby Carrier & RJ,
Jr. Martin Acc, Inc, Scott 1995



Beau Jocque & RJ, Richard´s Club, Lawtell, Louisiana 1993


Blues Jam at Poet´s, Lafayette 1994




Rosie Ledet,
1999 NO Jazz&Heritage Festival,
Photo: BAS-Archive







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RJ DUO
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"What is Zydeco?"
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Jan´s Anfangsjahre

Als Sohn von Seija, Fotografin aus Finnland und  Franz Eckerl, Jazzmusiker aus Ottakring, wurde ich am 6.4.1972, in Wien geboren.
Schon in meinen ersten Lebensjahren war ich von Musik umgeben. Ich wuchs auf mit Lester Young, Charlie Parker, John Coltrane, Duke Ellington und Count Basie.

Im Alter von 9 Jahren, fragte mich mein Vater, ob ich nicht ein Musikinstrument erlernen möchte.
Ich sagte ja und schlug die Violine vor, dasselbe Instrument, welches mein Vater in seiner Kindheit ebenfalls spielte, viele Jahre bevor er zum Saxophon wechselte.

Doch ein Skiurlaub nach Südtirol änderte meinen Entschluss.
Da hörte ich zum erstenmal ein Akkordeon.
Mein Vater hatte nichts gegen meine Entscheidung, da er wusste, das man auch auf einer „Ziehharmonika“ Jazz spielen konnte, so wie sein guter Freund Karl Hodina und auch der damals schon berühmte Joe Zawinul hatte seine ersten musikalischen „Gehversuche“ auf diesem Instrument unternommen.

Während ich an einer Wiener Musikschule die Grundelemente des Musizierens erlernte, zeigte mir mein Vater das Basiswissen der Improvisation.

Mit 12 Jahren entdeckte ich zwischen „Kasermandlplatten“ eine Scheibe namens Clifton Chenier - Bon Ton Roulet.
Zu der Zeit wusste ich von Louisiana, geschweige denn Zydeco, gar nichts.
Mein Vater übersetzte mir die „Linernotes“ der Platte und ich lauschte wie ein kleines Kind.

Wir bestellten weitere Clifton Chenier Schallplatten und  tauchte somit immer mehr in diese zuerst fremdartige, aber zutiefst emotionale und begeisternde Musik ein.
Ich lernte weitere Akkordeonisten kennen, wie Rockin´Dopsie, Fernest Arceneaux, aber auch Sivuca und Flaco Jimenez.

1986 erlebte ich die erste Begegnung mit einem meiner neuen „Helden“ – Flaco Jimenez.
Noch nie zuvor hatte ich einen Akkordeonisten gesehen, der mit soviel Energie und Lebensfreude musizierte, sodass spätestens nach dem zweiten Stück das Publikum vor Begeisterung aufsprang und tanzte.

Da wusste ich, dass ich das richtige Instrument gewählt hatte.

Zu jener Zeit war aber das Akkordeon alles andere als populär. Als ich im Alter von 14 Jahren den Herbie Hancock Song „Watermelonman“ vor meiner Schulklasse zum Besten gab, machte sich niemand mehr lustig über mein „Quetschenspiel“.
Von da an war mir bewußt , dass ein Akkordeon für mehr geschaffen ist, als „nur“ für Polkas.
Ich beschloss zu dieser Zeit mir selber einen Künstlernamen zu geben, ganz in der Tradition der Zydecokünstler Louisianas.

ROCKIN´JANITOR war geboren.

Der Name war und ist eine Anspielung auf die Hierarchie unter den Akkordeonisten in Louisiana.
Nach Clifton Cheniers Tod wollte jeder seinen Thron erben. Doch bevor es so weit ist, muss man sich von unten nach oben arbeiten. Deshalb wählte ich den Namen „DER ROCKENDE HAUSMEISTER“.


Ich entdeckte weitere Musiker und Musikrichtungen wie Tango Nuevo, gespielt von Astor Piazzola, Luis Di Matteo, Dino Saluzzi & Sexteto Mayor, aber auch den Blues.

Durch John Lee Hooker, Brownie McGhee & Sonny Terry, Lightning Hopkins entdeckte ich den akustischen Blues. Härter und elektrisch verstärkt erklang die Musik von Muddy Waters, B.B. King, Buddy Guy, Luther Allison und vor allem Johnny Winter.

Ich fing an kleine Auftritte bei verschiedenen Schulfesten zu absolvieren, musste aber rasch erkennen, dass es nicht viele Gleichaltrige gab, die sich für Blues und Zydeco interessierten.
So war ich darauf angewiesen mit älteren Musikern zu spielen.
Einer davon hieß Fritz Svacina. Er war nicht nur ein hervorragender Bluesgitarrist, sondern betreute auch zusammen mit seiner Gattin das damalige Wiener „Blues Life“ Magazin.
Ich wurde der jüngste freie Mitarbeiter dieses Journals.
Jetzt war ich direkt an der Quelle und lernte auch Musiker kennen, die ich bis dahin nicht gehört hatte.

Dazu zählten unter anderem Joe Satriani und Steve Vai, die nicht nur zwei unglaubliche Gitarristen sind, sondern mich vor allem durch ihre musikalische Interpretation begeisterten.
Aber ich war ja kein Gitarrist, also suchte ich einen Akkordeonisten, der bei mir das gleiche Gefühl wecken sollte....und ich fand ihn.

Sivuca gab in Wien eines seiner raren Konzerte und seine gefühlvolle virtuose Darbietung faszinierte mich ebenso wie die der zuvor erwähnten Gitarristen.
Für ihn war es auch kein Widerspruch, in einer Zeit, in der das „Schubladendenken“ in der Musikszene noch weit verbreitet war, einen musikalischen Bogen über Jazz und Klassik, über Forro und Musette zu bilden.

Erst Jahre später fand ich in der Musik des texanischen Gitarristen Bugs Henderson diese musikalische Vielfalt wieder.

Ich wechselte von meiner Musikschule zum Joseph Haydn Konservatorium und setzte mein klassisches Akkordeonstudium fort, aber natürlich vertiefte ich mich auch zunehmend in Zydeco und Blues.


Jan in Louisiana

Mit 20 Jahren flog ich mit meinem Vater nach Louisiana, um dort einige meiner Lieblingsmusiker zu hören.
Um meine Instrumentensammlung zu erweitern, suchten wir nach einem Cajun- Akkordeonbauer.
Doch zunächst lernten wir einen Frisör kennen. Gervis Stanford, ein typischer gemütlicher Cajun, wurde uns irrtümlich empfohlen.
Wir lernten die Louisiana Gastfreundlichkeit kennen und Gervis Stanford spielte uns ein Ständchen auf seiner Geige. Da er auch ein Tastenakkordeon besaß, spielte ich  ein Stück und er war mehr als überrascht, dass jemand in  meinem Alter, von der anderen Seite des Atlantiks, nicht nur seine Musik kannte, sondern auch interpretieren konnte.

Jr. Martin war schließlich der Akkordeonbauer, den wir gesucht hatten.
Ich wurde gebeten, ein Stück zum Besten zu geben und während ich  spielte, erschienen immer mehr Musiker , um den „boy from oversea“ zu hören.
Einer von ihnen war David „Pokey“ Guidry, Multi-Instrumentalist und Cajun. Sein  Herz gehörte aber vor allem dem Zydeco und Blues. Ein Jahr später zeigte er mir die verschiedensten Clubs und Dancehalls  Louisianas.

Da man im „Pelikan State“, wenn man sein Instrument beherrscht, meist sofort auf die Bühne geholt wird, konnte ich mit zahlreichen Musikern spielen und von ihnen lernen.
Mein Debüt erfolgte schweißgebadet im Back To Back Club in Lafayette, als mich der Swamp Pop Star T K Hulin zu sich auf die Bühne lud.
Es folgten zahlreiche Blues Jam Session in Bob´s Pub und Poet´s.
Dadurch lernte ich zahlreiche bekannte  Musiker der Gegend kennen: Ronnie Vice, Pandy „Guitar Gable Jr.“ Perrodin , Paul „Lil Buck“ Sinegal, Bobby Broussard

Aber Zydeco war meine große Liebe und deshalb machten wir uns auf nach „Creole Country“.

In Slim´s Y-Ki-Ki lernte ich Clifton Cheniers Cousin Roscoe Chenier kennen, Bluesgitarrist und Sänger der alten Schule.
Nach einer Audition stand ich nicht nur auf der Bühne des berühmten Tanzschuppens, sondern musizierte mit einer echten Legende.

Am nächsten Tag begaben wir uns zu Richard´s Club, der älteste „Zydecoladen“ , um Beau Jocque & The Zydeco Hi- Rollers zu sehen. Ich war ihm nicht unbekannt, da ich in „Blues Life“  einen Artikel über ihn geschrieben hatte. Beau Jocque war der neue Star der Zydeco- Szene. Sein Stil beinhaltete Rock- und Hip- Hop Einflüsse. Sowohl die Jungen als auch die Älteren besuchten seine Konzerte.
Er lud mich spontan auf die Bühne - dies war ein weiterer Höhepunkte meines Lebens.
In den folgenden Jahren kannte man mich bereits und ich spielte  mit Steve Riley, Walter Mouton, Johnnie Allan, Anthony Dopsie, Chubby Carrier, Nathan & the Zydeco Cha Chas, um nur einige zu nennen.

Man ernannte mich zum „Ehren-Cajun“ auf Lebenszeit. Als ich schließlich zur Erinnerung des viel zu früh verstorbenen Rockin´Dopsie „I´m Coming Home“ spielte, wurde ich auch noch „Ehrensheriff“ von Lafayette.

Einen Traum erfüllte ich mir, als ich in Clifton Chenier´s alten Club in St. Martinville spielte. Doch das Außergewöhnlichste war die Einladung C.J. Cheniers mit seinem Akkordeon und der „Red Hot Louisiana Band“ seines Vater aufzutreten.

Von diesem Tag an hat mich er musikalisch sehr beeinflusst und mich in meiner Karriere bestärkt.


RJ Duo wird gegründet

1995 fand ich in Philipp „Zydeco Magic Board“ Bruna den Fottoirspieler, den ich immer gesucht hatte.

DAS RJ DUO war geboren.

Zuerst traten wir als Straßenmusiker in Wien auf. Schon bald folgten Auftritte in verschiedenen Lokalen und bei diversen Festivals, sowie in Rundfunk und Fernsehen.

Wir fanden in Daniel Klemmer, Multipercussionist mit finnischen Wurzeln und Erich Dirnwöber, Koch, DJ & Percussionist tatkräftige Unterstützung. Sein Lokal „Bayou“, das erste und einzige Cajun & Creole Cuisine Restaurant Wiens, wurde unser musikalisches, wie auch kulinarisches zu Hause.
In Österreich hatten wir die Gelegenheit bei verschiedenen Festivals auch zahlreiche Auftritte mit Musikern aus Louisiana zu bestreiten. Dies waren zum Beispiel Rosie Ledet, Zydeco Creole Farmers, Nathan & The Zydeco Cha Chas und C.J.Chenier & The Red Hot Louisiana Band.

Wir wurden eingeladen im Rahmen der „Blues Night“ im Wiener Radiokulturhaus auf zu treten  und prompt erhielten wir einen Plattenvertrag.

Es erschien unser Debütalbum „Zydeco Experience Live“ beim ORF, welches europaweit von den Kritikern sehr gut angenommen wurde.

Mittlerweile gibt es uns schon seit 10 Jahren und wir  freuen uns auf viele weitere.

Wir werden weiterhin  Zydeco  für unsere treuen Fans spielen, aber auch daran arbeiten, uns musikalisch weiter zu entwickeln
Keep the Zydeco in your heart!


Jan "Rockin'Janitor" Eckerl



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